KUNSTTHEORIE

Kunstgespräche
Wege zur zeitgenössischen Kunst

Die Kunstschule bietet einmal monatlich, immer Mittwochabends, ein Forum für den Bereich der Kunstgeschichte an. Durch unterschiedliche thematische Schwerpunkte führen die Kunstgespräche auf besondere Art und Weise in die Geschichte der Kunst ein. Sie öffnen interessierten Laien einen Diskussions- und Gesprächsraum, der durch anschauliches Bildmaterial unterstützt wird. Diese Form der Vermittlung und aktiver Teilnahme bietet Ihnen die Möglichkeit, Fragen zu stellen, Eindrücke auszusprechen, Gesehenes zu beschreiben, zuzuhören, den Blick zu schärfen und so ein eigenes, vertieftes Verhältnis zu den Künsten zu formen.
Die Kosten betragen pro Termin 10,- Euro. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Für Teinehmerinnen und Teilnehmer der Fachklassen, Abendstudiengänge, der KunstZeit und der MedienZeit entfällt die Gebühr (auch hier bitte anmelden!).


Kunstgespräch 1
Die Malerei von Katharina Grosse

Katharina Grosse ist 1961 in Freiburg geboren. Sie besuchte die Kunstakademie in Münster und studierte anschließend bei Gotthard Graubner in Düsseldorf. Für ihre Malerei verwendet Katharina Grosse eine mit Kompressor betriebene Spritzpistole. Sie besprayt nicht nur Bilder, auch Boden und Decke werden zum Malgrund. Möbelstücke, Stoffe, Objekte und Gegenstände werden einbezogen, Museen, Privathäuser, Plakatflächen, Treppenhäuser, Kantinen und Trainingsräume werden bemalt. Fast alles ist für sie als Malgrund geeignet. Katharina Grosse erweitert ihre Malerei vom klassischen Bild in den Raum hinein. Tafelbild, Skulptur und Architektur gehen in ihren installativen Arbeiten auf. Mit der Technik des Sprayens überwindet sie die Grenzen der Malerei. Damit ist in den letzten zwanzig Jahren eines der aufregendsten malerischen Werke der Gegenwartskunst entstanden. Das erste Kunstgespräch ist dieser außergewöhnlichen Vertreterin der zeitgenössischen Malerei gewidmet.

Dr. Monika Joggerst
Mittwoch, 11.10.17
19:30 - 21:30 Uhr
1 Termin
10,00 € (incl. Material)
204490

Kunstgespräch 2
Fotografien werden Bilder: Die Becher-Klasse

Mit den Lehrern Bernd und Hilla Becher und weiter mit den Schülern der ersten Becher-Klasse verbindet sich ein radikaler Wandel in der Fotografie. Die Zeiten waren vorbei, in denen Fotos als Abbild der Wirklichkeit galten. Die Fotografie entwickelte sich immer mehr zu einer eigenständigen Kunstform. Es entstanden neue Bilder, in denen sich die Grenzen zwischen Skulptur, Malerei und Fotografie auflösten. Die Arbeiten in den 1980er und 1990er Jahren führten zu einer kritischen Reflexion über die Möglichkeiten, Wirklichkeit abzubilden. Die Unschärfe im Abbilden der Realität bedeutete einen Zugewinn an künstlerischer Komplexität. Die digitale Bildbearbeitung eröffnete neue Darstellungsmöglichkeiten. Im Kunstgespräch wollen wir dieser radikalen Veränderung der Fotografie ab den 1980er Jahren nachgehen und ihre kunsthistorische Tragweite bis in unsere Gegenwart untersuchen.

Dr. Monika Joggerst
Mittwoch, 15.11.17
19:30 - 21:30 Uhr
1 Termin
10,00 € (incl. Material)
204491

Kunstgespräch 3
Maria Sibylla Merian: Das Leben einer außergewöhnlichen Frau im 17./18. Jahrhundert

Sie war Naturforscherin, Künstlerin und Verlegerin: Maria Sibylla Merian (1647-1717), Tochter des berühmten Kupferstechers Matthäus Merian. Zwischen 1675 und 1680 erschien ihr „Neues Blumenbuch“. Sie erforschte auch Raupen und Schmetterlinge in der Natur. Mit 52 Jahren brach sie, nach dem Scheitern ihrer Ehe mit einem Maler, 1699 zu einer Reise nach Südamerika auf, um dort ihre geliebten Schmetterlinge zu studieren. Begleitet nur von ihrer Tochter, war sie wochenlang auf einem Handelsschiff unterwegs, um zwei Jahre lang mit der Unterstützung von Indianern bei feucht-heißem Klima in äquatornahen Urwäldern ihrer wissenschaftlichen Arbeit nachzugehen. Ihr Buch über die Insektenwelt Surinams begründete ihren Ruhm als Wissenschaftlerin. Heute gilt das Werk vor allem durch seine Verknüpfung von Fachwissen mit der hohen künstlerischen Ausführung der Illustrationen als ein Glanzlicht der naturwissenschaftlichen Buchkunst. Dieser besonderen Symbiose aus Kunst einerseits und Wissenschaft andererseits wollen wir im Kunstgespräch nachgehen. Zur Einstimmung bietet sich die umfassende Ausstellung im Städel, Frankfurt, (11.10.2017 -14.1.2018) an. Bitte dazu auch VHS-Fahrt im VHS-Programm beachten.

Dr. Monika Joggerst
Mittwoch, 13.12.17
19:30 - 21:30 Uhr
1 Termin
10,00 € (incl. Material)
204492

Kunstgespräch 4
„Pin-ups“ um 1500: Sex, Macht und Moral in der Renaissance

Die Bilder von erotischen oder nackten Frauen sind heute alltäglich und frei nach dem Motto „sex sells“ in den Medien allgegenwärtig. Diese Freizügigkeit der Darstellung hat sich im Laufe der Epochen häufig verändert. Nach der freizügigen Antike war im Mittelalter die Abbildung des weiblichen Aktes nur in einem sehr engen, religiös definierten Rahmen möglich. Erst Anfang des 16. Jahrhunderts etablierte sich das Bild der Frau und ihres Körpers als ein ebenso beliebtes wie vielseitiges Thema. Die Anlässe, eine Frau nackt darzustellen, waren mannigfaltig: Sie erscheint als verführerische Venus, als antike oder alttestamentarische Tugendheldin oder als verhängnisvoll-attraktive Verkörperung von Fortuna und Vanitas. Aber auch in moralisch verwerflicher Rolle tritt sie auf, sei es als listige Herrscherin über den Mann, als verschlagene Dirne oder als abstoßende Hexe. Die Motive spiegeln - heute wie damals - die gängigen Werte und Ideale wider. Im Kunstgespräch prüfen wir die Aktualität des Themas. Haben sich unsere Vorstellungen heute verändert oder sind sie ähnlich? Wer sich vorbereiten möchte, kann die gut aufbereitete Ausstellung im Kunstmuseum Basel, Schweiz, (07.10.2017 - 07.01.2018) besuchen. Bitte dazu auch VHS-Fahrt im VHS-Programm beachten.

Dr. Monika Joggerst
Mittwoch, 24.01.18
19:30 - 21:30 Uhr
1 Termin
10,00 € (incl. Material)
204493

Kunstgespräch 5
Der Maler Paul Cézanne

Wenige Künstler haben einen derart nachhaltigen Einfluss auf die moderne Malerei des 20. Jahrhunderts ausgeübt wie Paul Cézanne. Die Entwicklung der Kunst der Moderne ist untrennbar mit seinem Namen verbunden: „Cézanne! Cézanne war unser aller Vater.“ (Picasso). Er vollzieht die Abwendung vom naturgetreuen Abbild und Hinwendung zur unabhängigen Form- und Farbschöpfung. Der Provenzale hat seinen Bildern ein rhythmisches Gefüge zugrunde gelegt, das später der Kubismus übernahm. Dem „Vater der Moderne“ ist dieses Kunstgespräch gewidmet. Wer will, kann sich von den Originalen in der großen Cézanne-Ausstellung in der Kunsthalle Karlsruhe (28.10.2017 - 11.02.2018) inspirieren lassen. Bitte dazu auch VHS-Fahrt im VHS-Programm beachten.

Dr. Monika Joggerst
Mittwoch, 21.02.18
19:30 - 21:30 Uhr
1 Termin
10,00 € (incl. Material)
204496